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Avignon-Anlage
© Thomas Batinic

Mit dem integrierten Klimaanpassungskonzept schafft die Stadt Wetzlar eine Grundlage dafür, dass Klimaanpassung künftig in Planung, Verwaltung und kommunalem Handeln stärker berücksichtigt wird. Es benennt konkrete Risiken, identifiziert besonders betroffene Handlungsfelder und zeigt auf, mit welchen Maßnahmen die Stadt Wetzlar klimaangepasster gestaltet werden kann. Dabei geht es nicht nur um den Schutz vor Gefahren, sondern auch um die Chance, Wetzlar grüner, gesünder und widerstandsfähiger zu machen.

Der Klimawandel ist eines der größten globalen Herausforderungen. Auch Wetzlar ist den auftretenden Folgen zunehmend ausgesetzt. Hitze, Trockenperioden und Starkregenereignisse verändern die Stadt – spürbar, sichtbar, messbar. Sie gefährden die städtische Infrastruktur, das Stadtgrün sowie die Gesundheit der Bevölkerung. Die Stadt Wetzlar trägt Verantwortung: für den Schutz der Menschen, für die Funktionsfähigkeit der Einrichtungen und für den Erhalt einer hohen Lebensqualität. Klimaanpassung ist deshalb ein notwendiger Teil kommunaler Vorsorge – und eine wichtige Ergänzung zum Klimaschutz.

Durch das integrierte Klimaanpassungskonzept sollen die gegenwärtigen und zukünftigen Risiken sowie die Vulnerabilität (Verwundbarkeit) der Stadt Wetzlar gegenüber den Auswirkungen des Klimawandels erkannt und bewertet sowie in Anpassungsstrategien berücksichtigt werden. Das Konzept dient als Entscheidungsgrundlage und Planungshilfe für die Umsetzung der prioritären Maßnahmen. Es soll die Anpassung an die Folgen des Klimawandels fachübergreifend und nachhaltig in der Stadt Wetzlar verankern sowie relevante Akteursgruppen frühzeitig einbinden.

Die Erarbeitung des Klimaanpassungskonzepts basierte auf einer breiten interdisziplinären Zusammenarbeit zahlreicher Fachämter und wurde fachlich durch externe Expertinnen und Experten begleitet. Aus diesem Beteiligungsprozess heraus haben sich für die Klimaanpassung in Wetzlar fünf prioritäre Handlungsfelder ergeben:

  1.  Kommunikation, Organisation und Vernetzung
  2.  Wasserbewusste Stadtentwicklung
  3. Biologische Vielfalt und Stadtgrün
  4. Gebäude und Wohnen
  5. Menschliche Gesundheit und Soziales

Den Handlungsfeldern zugeordnet sind 25 Maßnahmen mit unterschiedlichen Zeithorizonten der Umsetzung, die gleichzeitig in mehrere Handlungsfelder wirken. Diese Maßnahmen sollen die Widerstandsfähigkeit der Stadt gegenüber den Folgen des Klimawandels stärken.

Ein weiteres Augenmerk liegt auf vulnerablen und sozioökonomisch benachteiligten Personengruppen, welche überdurchschnittlich stark von Naturgefahren betroffen sind. Die Stadtklima- und Vulnerabilitätsanalyse bildet das Risiko der Hitzebelastung ab. Durch die Verbindung mit dem Thema Umwelt- und Klimagerechtigkeit zielt das Klimaanpassungskonzept mittel- bis langfristig darauf ab, die Konzentration von Umweltbelastungen zu vermeiden und abzubauen.

Wenngleich die akute Gefahr von Extremwetterereignissen sowie die spürbaren Belastungen zunehmen, bietet dies aus Sicht der Stadt Wetzlar die Chance, kommunale Planungsprozesse weiter interdisziplinär zu denken und durch die geschaffenen Synergien langfristig Erfolge in Sachen Gesundheitsschutz, Schutz von Infrastrukturen und insbesondere Klimaresilienz in der Gesamtheit zu erzielen.

SDGs_Chart
© UN

Das Klimaanpassungskonzept ist zugleich als Beitrag zu ausgewählten Zielen der deutschen Nachhaltigkeitsstrategie zu verstehen, die sich an den 17 von den Vereinten Nationen definierten globalen Zielen für eine nachhaltige Entwicklung orientiert – von der Bekämpfung der Armut über bezahlbare und saubere Energie bis hin zum Klimaschutz und dem Ziel von lebenswerten, zukunftsfähigen Städten. Mit dem Klimaanpassungskonzept stehen die Nachhaltigkeitsziele Gesundheit und Wohlergehen (3), Nachhaltige Städte und Gemeinden (11) und Maßnahmen zum Klimaschutz (13) im Vordergrund


Das Integrierte Klimaanpassungskonzept der Stadt Wetzlar wurde durch das Bundesministerium für Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMUKN) unter dem Förderkennzeichen FKZ 67DAA00411 gefördert.

Zur Umsetzung des integrierten Klimaanpassungskonzepts für die Stadt Wetzlar wird die Beschäftigung eines Klimaanpassungsmanagers vom Bundesministerium für Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMUKN) gefördert.

BMUKN_Logo
© BMUKN
  • Vorhabentitel: DAS-A.2: Umsetzung des Integrierten Klimaanpassungskonzepts für die Stadt Wetzlar
  • Laufzeit: 01.01.2026 bis 31.12.2028
  • Förderkennzeichen: 67DAA00412
  • Förderprogramm: Maßnahmen zur Anpassung an die Folgen des Klimawandels
  • Das BMUKN | Projektträgerin: ZUG


Integriertes Klimaanpassungskonzept als PDF-Download:

Integriertes Klimaanpassungskonzept für die Stadt Wetzlar
© Stadt Wetzlar