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Jede Vorbereitung zählt: Bleiben Sie ruhig und handlungsfähig. Auch in Deutschland können Ereignisse wie Unwetter, Stromausfälle oder Drohnenangriffe den Alltag stören. Mit einfachen Maßnahmen versorgen Sie sich selbst, entlasten Rettungskräfte und schützen Familie und Nachbarn.
Symbolfoto Zivilschutz Kirsenvorsorge HP
© fstop123 von Getty Images via Canva

1. Vorrat an Essen und Trinken

Symbolfoto Zivilschutz Essen&Trinken
© bearfotos auf Magnific

Es gibt viele Notsituationen, in denen ein Vorrat hilft – auch im Alltag bei Unwetter, Schneefall, Hochwasser oder Stromausfall. Wenn Sie das Haus beispielsweise wegen eines Sturms oder Krankheit nicht verlassen können, wenn Supermärkte geschlossen sind oder kein Leitungswasser aus dem Wasserhahn kommt, dann sichert ein Vorrat Ihre Unabhängigkeit. Auch Lieferengpässe durch Pandemien, Cyberangriffe oder Dürre machen Vorräte notwendig.

Wir geben Ihnen hier Tipps, einen Vorrat anzulegen, der gut zu Ihrem Bedarf passt.

Vorratstypen

Wenn Sie erstmals einen Vorrat angelegen, so beachten Sie bitte zwei Vorratstypen, die Ihnen helfen, passend einzukaufen:

  • Einmaliger Vorrat: Einmal größeren Vorrat kaufen, jährlich prüfen und erneuern.
  • Lebender Vorrat: Bei jedem Einkauf etwas extra mitnehmen, im Alltag verbrauchen, nachkaufen.

Achten Sie bitte darauf, auch an Wasservorräte für sonstige Verwendungen wie zum Beispiel Körperhygiene und dergleichen zu denken.

Die Checkliste des Bundesministeriums für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) hilft Ihnen, den Überblick zu behalten.

Checkliste - Essen und Trinken

Es gibt viele Notsituationen, in denen ein Vorrat hilft. Hier ein paar Tipps, wie Sie sich einen anlegen, der gut zu Ihrem Bedarf passt:

☑ Dauer: Möglichst 10 Tage, mindestens 3 Tage selbst versorgen
☑ Flüssigkeit: Mindestens 1,5 Liter/Tag pro Erwachsenem (+0,5 Liter zum Kochen); Wasser, Säfte
☑ Essen: Haltbar (kein Kühlen), fertig essbar oder kurze Kochzeit; an Allergien/Kinder/Haustiere anpassen
☑ Tipps: Haltbare Lebensmittel wie Konserven, Trockennahrung, Müsliriegel; 2 Liter Trinkwasser pro Person/Tag in Flaschen. Regelmäßig rotieren und prüfen

2. Die passende Hausapotheke

Symbolfoto Zivilschutz Hausapotheke
© Dmytro Sheremeta auf Magnific

In einer Krise oder Katastrophe können Rettungsdienste, Krankenhäuser und Apotheken vorübergehend nicht verfügbar sein. Eine Hausapotheke hilft, kleine Notfälle selbst zu bewältigen, wenn Sie zu Hause bleiben müssen oder medizinische Versorgung unterbrochen ist. Stellen Sie Medikamente und Hilfsmittel nach persönlichem Bedarf für Verletzungen oder leichtere Erkrankungen zusammen. 

Bitte überprüfen Sie Ihre Hausapotheke und füllen Sie sie regelmäßig auf. Achten Sie auch auf eine richtige Lagerung.

Das muss rein:

  • persönliche Medikamente (zum Beispiel chronische Therapien)
  • Schmerzmittel wie Ibuprofen oder Paracetamol
  • Fiebersenkende Mittel wie Paracetamol
  • Fieberthermometer (digital)
  • Pinzette oder Zeckenzange
  • Abschwellende Nasentropfen/Nasenspray (zum Beispiel mit Xylometazolin)
  • Mittel gegen Erkältungsbeschwerden (Hustenlöser wie Ambroxol)
  • Mittel gegen Durchfall (zum Beispiel Loperamid), Erbrechen/Übelkeit (zum Beispiel Dimenhydrinat)
  • Elektrolyte (zum Beispiel WHO-Lösung)
  • Brand-, Wund- und Heilsalbe (zum Beispiel Panthenol)
  • Haut- und Wunddesinfektionsmittel (zum Beispiel Octenisept-Spray)
  • Einmalhandschuhe (Nitrile)
  • Pflaster (verschiedene Größen), Verbandsmaterial, Mullbinden
  • Verbandtuch für Brandwunden
  • Schere (Verbandschere)
  • Kühlkompresse (aktivierbar)
  • Abschwellendes und kühlendes Gel (zum Beispiel für Verstauchungen)
  • Mittel gegen Sonnenbrand und Insektenstiche (zum Beispiel Fenistil-Gel)

Lagerung: Abschließbar (kindersicher, hoch hängen), kühl und trocken. Lagern Sie Ihre Medikamente nie im Bad! Hohe Luftfeuchtigkeit und Wärme können Medikamenten schaden.

Auch hier hilft Ihnen die Checkliste des Bundesministeriums für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK), den Überblick zu behalten.

Vorsorge für Menschen mit Beeinträchtigungen

Wenn Sie auf Hilfe angewiesen sind, geben Ihnen ein paar einfache Schritte Sicherheit für den Notfall. Eine Vorbereitung ist individuell und nicht aufwendig. Beachten Sie bitte die folgenden Tipps:

  • Notfallausweis (Krankheiten, Allergien, Hilfsmittel, Kontakte) von Arzt/Krankenkasse
  • Hilfsmittel: Brille, Hörgerät mit Ersatzbatterien/Akkus/Ladegeräte
  • Mobilitätshilfen (zum Beispiel Stock, Rollstuhl)
  • Medikamentenplan und Vorrat
  • Tiernahrung/Wasser (für Assistenztier)
  • Liste mit Notfallkontakten
  • Vibrations-/Licht-Rauchmelder
  • Netzwerk aufbauen (Nachbarn, Familie)
  • Erste-Hilfe-Kurse in Gebärdensprache
  • Fluchtwege planen

Auch hier hilft Ihnen die Checkliste des Bundesministeriums für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK), den Überblick zu behalten.

3. Notfallmappe anlegen: Wichtige Dokumente sichern

Reisepass Deutschland
© Bild von www.Pixabay.com

Wenn Sie Ihr Haus im Notfall kurzfristig verlassen müssen – etwa bei Brand, Hochwasser oder einer Evakuierung aus anderem Grund – sollten wichtige Dokumente schnell griffbereit sein.

In Stresssituationen bleibt oft keine Zeit, einzelne Dokumente zusammenzusuchen. Mit einer Notfallmappe stellen Sie sicher, dass Sie im Ernstfall schnell handlungsfähig bleiben – etwa gegenüber Behörden, Versicherungen oder medizinischem Personal. Alle Familienmitglieder sollten wissen, wo sich die Notfallmappe befindet.

Welche Dokumente gehören in die Notfallmappe?

Bewahren Sie besonders wichtige Dokumente möglichst im Original auf. Andere Unterlagen – wie Ausweise oder Fahrzeugpapiere – sollten aus Sicherheitsgründen nur als Kopie enthalten sein.

Originale (sofern möglich):

  • Familienurkunden (Geburts-, Heirats-, Sterbeurkunden)
  • Stammbuch
  • Sparbücher
  • Kontoverträge
  • Aktien oder Wertpapiere
  • Versicherungspolicen
  • Rentenbescheinigungen
  • Steuerbescheide
  • Zeugnisse
  • Verträge (z. B. Miet- oder Leasingverträge)
  • Testament
  • Patientenverfügung
  • Vollmachten

Kopien:

  • Personalausweis
  • Reisepass
  • Führerschein
  • Fahrzeugpapiere
  • Impfpass
  • Grundbuchauszüge
  • Änderungsbescheide
  • Zahlungsbelege (z. B. Rentenversicherung)
  • Meldenachweise
  • Rechnungen
  • Mitgliedsausweise

Wo sollte die Notfallmappe aufbewahrt werden?

Bewahren Sie Ihre Notfallmappe an einem leicht zugänglichen, aber geschützten Ort auf, damit Sie diese im Notfall oder bei einer Evakuierung schnell mitnehmen können – idealerweise in einem feuerfesten oder wasserdichten Behälter. 

Zusätzliche Kopien können Sie digital sichern oder bei Verwandten, einem Notar oder in einem Bankschließfach hinterlegen. Die Notfallmappe kann Bestandteil Ihres Notfallrucksacks sein oder in dessen unmittelbarer Nähe aufbewahrt werden.

4. Checkliste - Ihr Rucksack für den Notfall

Symbolfoto Zivilschutz Notfallrucksack
© pixelshot via Canva

Wenn es schnell gehen muss, ist es hilfreich, die wichtigsten Dinge bereit zu haben. Ein Notfallrucksack – auch Fluchtrucksack genannt – hilft, die ersten Tage in einer Notunterkunft oder bei Bekannten zu überbrücken. Zudem bleiben bei einem Rucksack die Hände frei, dadurch ist er praktischer als ein Koffer. Planen Sie Ihren Notfallrucksack so, dass Sie mindestens zwei bis drei Tage ohne weitere Versorgung auskommen können. Daran sollten Sie denken:

☑ Persönliche Medikamente, Erste-Hilfe-Material (Pflaster, Desinfektionsmittel, Verbände)
☑ Bargeld, Hausschlüssel
☑ Batteriebetriebenes Radio mit Reservebatterien; Handy und Powerbank für die Kommunikation, Fotoapparat oder Handy (zur Schadensdokumentation)
☑ Verpflegung für 2 Tage (Konserven, Müsliriegel in staubdichter Verpackung)
☑ Ausrüstung: Trinkwasserflasche (1 Liter), Essgeschirr und -besteck (faltbar), Dosenöffner und Taschenmesser (Multitool), Taschenlampe mit Reservebatterien (LED-Handlampe).
☑ Kleidung für ein paar Tage (Unterwäsche, T-Shirts, Pullover – Zwiebelprinzip) Wetterschutzbekleidung (Regenjacke, Regenmantel), Kopfbedeckung (Mütze), Arbeitshandschuhe (robust), Schlafsack oder warme Decke (kompakt)
☑ Hygieneartikel (Monatshygiene, Windeln, Seife, Zahnbürste und Zahnpasta, Klopapier), Schutzmaske, behelfsmäßiger Atemschutz (FFP2-Maske)
☑

Für Kinder: SOS-Kapsel/Brustbeutel mit Name, Geburtsdatum, Anschrift

☑ Notfallmappe mit den wichtigsten Dokumenten

5. Bauliche Maßnahmen sichern

Symbolfoto Zivilschutz Haus absichern vor Sturm & Gewitter
© photoangel auf Magnific

Extreme Wetterlagen schädigen Gebäude. Es ist daher sinnvoll, das Gebäude widerstandsfähiger gegen Stürme, Schnee und Hochwasser zu machen. Schon kleine Maßnahmen steigern die Sicherheit stark.

Maßnahmen im Überblick:

  • Dach: Sturmhaken/Vernagelung, Schneefanggitter (Verkehrssicherung), Befestigungen gegen Orkan, Windrispen (kreuzweise)
  • Garten: Bäume sichern/fällen, Markisen/Überdachungen festmachen, Lager für Möbel/Sonnenschirme/Fahrräder
  • Abwasser: Rückstauverschlüsse/Klappen (regelmäßig prüfen), Hebeanlage, Tauchpumpe + Pumpensumpf, Fliesen/wasserfeste Böden
  • Elektro: Überspannungsschutz, RCD/FI-Sicherung, Blitzschutz, getrennte Stromkreise, überflutungssichere Zählerkästen, Notstromaggregat
  • Heizung: Tanks gegen Aufschwimmen sichern, Notstrom-Betrieb, Überflutungsschutz

Dabei gilt: Eigentümer: Umsetzen; Mieter: Vermieter anregen/erkundigen. 

6. Hilfen und Checklisten zum Herunterladen